Klitschko – Chagaev 2

21 06 2009

Ok, nach ein paar Stunden Schlaf sieht die Welt schon anders aus.

Mittlerweile haben auch alle großen Online Magazine auch Berichte über den Kampf online, also werde ich hier gar nicht erst versuchen eine Analyse zu liefern. Dazu bin ich sowieso nicht gut genug.

Also bleibe ich bei meinen Eindrücken von der Veranstaltung.

Klar, wenn Klitschko ins Ruhrgebiet kommt, dann muss ich dabei sein. So dachte ich jedenfalls und mit mir einige meiner Freunde. Leider waren die Karten innerhalb kürzester Zeit vergriffen und irgendwie war ich  die einzige von uns, die ein Ticket ergattern konnte, und zwar am ersten  Verkaufstag . Damals sollte der Gegner noch Hay heißen, aber das hatte sich dann ja auch erledigt. Als Hay absagte, hatte ich schon so die Nase voll, dass ich kurz überlegte, die Karte zurück zu geben. Sich auf einen neuen Gegner einzustellen ist ja nicht einfach und auch, wenn ich nicht gerade auf den Promiplätzen war, wollte ich einen guten Kampf sehen. Dann wurde bekannt gegeben, dass der neue Gegner Ruslan Chagaev sein würde und spätestens da wollte ich schon mal die Arme hochreißen und die Ehrenrunde laufen. Denn egal, wer gewinnen würde, die beiden wollte ich nun unbedingt sehen.

Gestern dann war es soweit. Ganz gegen meine Gewohnheit wollte ich nicht von Anfang an in der Halle sein, denn erfahrungsgemäß ist so ein Abend ja lang und der Hauptkampf würde erst spät sein. Natürlich war ich trotzdem relativ früh, andere kamen erst so 15 Minuten vor dem Kampf. Es gab Boxkämpfe, die kaum jemand beachtete, weil überall in der Halle noch Leute kamen und gingen, die VIPs hielten sich schwatzend und speisend im Innenraum auf und irgendwie interessierte es niemanden, was da im Ring passierte. Boss Hoss traten auf. Die Jungs spielten sich die Seele aus dem Leib, das Publikum schwatzte und speiste und kam und ging und irgendwie war das verdammt schade, weil die Band echt gut genug war das Haus zu rocken. Es war halt nur keiner da. Mist.

Draußen vor der Halle kamen irgendwelche wichtigen Menschen an, die keiner kannte, die aber mit Limusinen gebracht wurden und von daher geknipst werden mussten.

Soweit so.. nett. Hätte ich nicht haben müssen. Ach ja, Pocher war auch noch da, unterhielt die Menge, indem er die Leute am Ring fragte, welchen Beruf sie hatten. Was für ein Schenkelklopfer. Da wollte er doch die Halbwelt vorführen. Klappte nicht so ganz, unter anderem befragte er einen Arzt. Habe ich so schon mal gesehen und fand es auch ganz witzig – damals.

Dann war es noch eine gute Stunde bis zum Hauptkampf. Absitzen. Die Kämpfe, die derweil stattfanden wurden zwar auf den Videowürfel übertragen, aber die Kämpfer konnten einem Leid tun, niemand nahm sie zur Kenntnis.

Dann aber. Mainevent. Michael Buffer kam in den Ring und sagte die Kämpfer an. In der Halle wurde es dunkler, innerhalb von 3 Minuten waren alle auf ihren Plätzen, die Musik der Kämper wurde gespielt. Ich habe mich übrigens immer gefragt warum Klitschko zu Can´t stop von den Red Hot Chilli Peppers einläuft, aber live kommt das ganz gut. Dazu gab es Feuersäulen, Feuerwerk und „Stahlarbeiter“ als Begleitung zum Ring. Sehr eindrucksvoll. Den Kampf dominierte Klitschko von Anfang an. Das Publikum war glänzender Laune, vor allem, als Chagaev schon in der 2. Runde kurz auf die Bretter musste. Es gab einige wundervolle Treffer zu sehen und erstaunlicherweise war die große Entfernung zum Ring kein soo großer Nachteil. klar, detailiert war da nichts zu sehen, aber zur Not gab es ja noch den riesigen Videowürfel an der Hallendecke. In der 9. Runde dann kassierte Chagaev so viele Treffer, dass er zur 10. nicht mehr antreten konnte. Wir waren begeistert. Im Ring wurde gefeiert, gejubelt, es wurden Interviews gegeben – das Publikum wartete. Das war in der Tat ein Nachteil, denn wenn man feiern will, sind 10 Minuten Stille eher kontraproduktiv. Als Wladimir Klitschko dann endlich etwas sagen durfte, war die Welt aber wieder in Ordnung. Als er versprach, wieder nach Schalke zu kommen, war der Jubel sowieso groß. Anstrengend war dann noch der Heimweg, da ein Viertel der Bevölkerung auf den Beinen war(mehr oder weniger) und nach Hause wollte. Egal. Es hat sich gelohnt und beim nächsten Mal bin ich wieder dabei – etwas später.


Aktionen

Information

Kommentieren